Praxis für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie

Arthrose

Gelenkschmerzen in Schulter, Hüfte, Knie, Sprunggelenk

Illustration

Im Laufe unseres Leben müssen unsere Gelenke hohe Belastungen aushalten. Bei Gelenkverschleiß (Arthrose) kommt es zu einem irreversiblen und fortschreitenden Verlust an Gelenkknorpel mit Umbau des angrenzenden Knochens. Leitsymptom ist der Schmerz, der im frühen Stadium oft als „Anlaufschmerz“ wahrgenommen wird und im fortgeschrittenen Stadium in einen Ruhe-und nächtlichen Schmerz führen kann. Ferner kommt es bei der fortschreitenden Arthrose zu einer Einschränkung der Mobilität und insgesamt zu einer Reduktion der Lebensqualität.

Die Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkerkrankung. Am häufigsten befallen sind das Knie-und Hüftgelenk. Man unterscheidet zwischen einer primären Arthrose, wo die Entstehung der Arthrose jedoch unklar bleibt, von der sekundären Arthrose, die von verschiedenen Risikofaktoren (z.B. nach schweren Unfällen) beeinflusst wird.

Der Gelenkverschleiß ist nicht heilbar, so dass es sehr wichtig ist bereits im frühen Stadium die Diagnostik und im Verlauf auch die entsprechende Therapie einzuleiten. Das Therapiekonzept muss individuell auf Lokalisation und Größe des Knorpelschadens sowie die Bedürfnisse des jeweiligen Patienten abgestimmt werden.

Folgende therapeutische Möglichkeiten gibt es:

Allgemeine Maßnahmen

Grundsätzlich gilt, das betroffene Gelenk zu bewegen. Bewegungen (z.B. Radfahren/ Schwimmen ) helfen den geschädigten Knorpel mit Nährstoffen zu versorgen und das Gelenk mobil zu halten. Überlastungen sollen hierbei vermieden werden. Daneben sollte ein potentiell vorhandenes Übergewicht reduziert werden.

Physiotherapie und Hilfsmittel

Neben den allgemeinen Maßnahmen kann durch eine Bewegungstherapie, die initial unter professioneller Anleitung (z.B.Physiotherapie) durchgeführt und später durch häusliche Eigenübungen erreicht werden sollte, die Geschmeidigkeit des betroffenen Gelenkes und die Gelenkstabilität zu fördern.
Ferner können durch bestimmte Hilfsmittel wie z.B. Einlagen oder Bandagen helfen das Gelenk insbesondere im akuten Stadium zu entlasten und die Schmerzsymptomatik zu reduzieren.

Physikalische Therapie

Im akuten Stadium können bei Schmerzen und Gelenkschwellungen Eis- oder Quarkpackungen Linderung bringen. Wärme sollte in diesem Stadium vermieden werden. Wärmemaßnahmen können aber nach Abklingen der akuten Phase im Verlauf zur Förderung der Durchblutung und zur Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit zum Einsatz gebracht werden.
Daneben kann durch die Anwendung von Ultraschallbehandlungen und Reizstromtherapie eine Schmerzlinderung erreicht werden.

Medikamentöse Behandlung der Arthrose

Es stehen zahlreiche Medikamente zur Therapie der Arthrose zur Verfügung. In Abhängigkeit von Schweregrad und Lokalisation des Gelenkverschleißes können Salben, Tabletten oder Injektionen verwandt werden. Die Tablettengabe muß insbesondere bei älteren Patienten mit dem jeweiligen Risikoprofil abgestimmt werden. Injektionen vor allem am Kniegelenk haben eine hohe Wirksamkeit.

Unter den Tabletten gibt es folgende Wirkgruppen:
  • Entzündungshemmer / Schmerzmittel, z. B. Diclofenac, Ibuprofen
  • Knorpelernährungspräparate, z. B. Glucosamin-, Chondroitin-Sulfat
  • Homöopathische Präparate
Zu den Medikamenten, die injiziert (gespritzt) werden, gehören:
  • Hyaluronsäure („künstliche Gelenkschmiere“)
  • Cortisonpräparate (bei akuter Entzündung)

Arthrose Kniegelenk

Die Kniegelenksarthrose ist eine sehr häufige Verschleißerkrankung, die zu einem fortschreitenden Verlust von Gelenkknorpel führt. Etwa 10 % aller Männer und 18 % aller Frauen über 60 Jahre leiden daran.

Folgende Risikofaktoren gibt es

  • Übergewicht
  • Inaktivität
  • Beinfehlstellungen (O-bzw. X-Bein)
  • Schwere körperliche Tätigkeiten

Die Kniegelenksarthrose kann auch nach Unfällen, bei Rheuma oder bei chronischen Instabilitäten sekundär entstehen.

Symptome

Der Schmerz ist das sogenannte Leitsymptom der Kniegelenksarthrose. Im frühen Stadium der Arthrose manifestiert sich typischerweise ein Anlaufschmerz nach längeren Liegen und Sitzen, der sich aber nach einigen Gelenkbewegungen wieder bessert. Im fortgeschrittenen Stadium können Dauer-und Ruheschmerzen entstehen, einhergehend auch mit Schwellneigung und Entzündung.
Ferner kann es zu einer deutlichen Einschränkung der Beweglichkeit kommen.

Diagnostik

Hier steht die Erhebung der Anamnese (Vorgeschichte) und die körperliche Untersuchung zunächst im Vordergrund der Diagnostik. Daneben spielt die Röntgenuntersuchung des Kniegelenkes eine zentrale Rolle. Die Kernspintomographie bietet einen zusätzlichen Informationsgewinn bei umschriebenen Arthrosearealen bzw. unklaren Befunden.

Therapie

Grundsätzlich hängt die Therapie letztlich von dem Ausmaß der Arthrose, dem Anspruchsniveau des Patienten und dem Patientenalter ab. Es sollte trotzdem immer zunächst ein konservativer Behandlungsversuch unternommen werden.

Konservative Therapie

Ziel der konservativen Therapie ist die Schmerzreduktion und Verbesserung der Patientenmobilität. Nachfolgend eine Übersicht der konservativen Behandlungsmöglichkeiten.

  • Krankengymnastik
  • Hilfsmittel (Bandagen, Einlagen, Gehstöcke)
  • physikalische Therapie (Kühlung, Salben etc.)
  • Vermeidung und Korrektur o.g. Risikofaktoren
  • Einnahme von entzündungshemmenden Medikamente (z.B. Ibuprofen/ Diclofenac/ unter Analyse des Risikoprofiles des Patienten
  • Injektion von Cortison ( unter Analyse des Risikoprofiles des Patienten)
  • Injektion von Hyaluronsäure

Hüftarthrose

Die Arthrose des Hüftgelenkes - auch Coxarthrose genannt - ist eine Verschleißerkrankung, die zu einem Knorpelverlust an der Hüftpfanne und des Hüftkopfes führt und dabei die angrenzenden Strukturen wie z.B. Bänder, Knochen und Muskeln schädigt.

Aufbau des Hüftgelenkes

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk und das größte Gelenk unseres Körpers. Es stellt die Verbindung zwischen Rumpf und Beinen her. Es besteht aus dem kugeligen Hüftkopf sowie der Hüftpfanne. Beide Gelenkpartner sind von einer Knorpelschicht überzogen. Das Hüftgelenk wird von einer sehr kräftigen Gelenkkapsel umhüllt und stabilisiert. Die innere Schicht der Gelenkkapsel bildet die Gelenkschmiere. Diese minimiert die Reibung an den Knorpeloberflächen.

Ursachen

Man unterscheidet zwischen einer primären (ideopathischen) Hüftarthrose, deren Ursachen nicht bekannt sind, von der sekundären Arthrose, die als Folge einer Grunderkankung auftritt.

Die möglichen sekundären Ursachen auf einen Blick:

  • Hüftdysplasie
  • X-oder O-Beine
  • Unfälle mit Gelenkverletzungen und Knochenbrüchen
  • Übergewicht
  • Entzündliche Gelenkerkrankungen (z.B rheumatoide Arthritis)

Symptome

Die Hüftgelenksarthrose ist eine chronische Erkrankung, die sich meist über mehrere Jahre entwickelt. Bei fortschreitender Erkrankung kommt es typischerweise zu einer Zunahme der Schmerzen, insbesondere nach längerer Belastung und später auch in Ruhe. Die Schmerzen werden oftmals in der Leiste, Oberschenkel und im Gesäß wahrgenommen. Ferner führt die Arthrose zu einer zunehmenden Bewegungseinschränkung des Hüftgelenkes und einer Reduktion der Gehstrecke. Desweiteren kann es zu einer Gangstörung (hinken) kommen.

Diagnostik

Die Diagnose läßt sich mit einer typischen Vorgeschichte (Anamnese), körperlichen Untersuchung und mit einem Röntgenbild stellen. Bei bestimmten Situationen ist zur weiteren Abklärung eine Kernspintomographie sinnvoll.

Therapie

Eine konservative Therapie mit Heilung der Hüftarthrose ist nicht möglich. Das Voranschreiten der Arthrose mit Erhalt der Beweglichkeit und Linderung der Schmerzen kann durch konservative Maßnahmen positiv beeinflusst werden. Hier eignen sich insbesondere im Anfangsstadium physiotherapeutische (Krankengymnastik) und physikalische Maßnahmen wie Wärme-und Kälteanwendungen. Zeigen die Maßnahmen keine Wirkung, kommt eine medikamentöse Behandlung in Betracht. Hierbei stehen mit knorpelunterstützenden Medikamente ( sogenannte Chondroprotektiva) und den schmerz- und entzündungshemmenden Mittel ( z.B. Diclofenac/ Ibuprofen) zwei große Medikamentengruppen zur Verfügung.

Bei ausbleibendem Erfolg der konservativen Maßnahmen muss bei fortgeschrittener Hüftgelenksarthrose mit starker Schmerzsymptomatik, erheblicher Bewegungseinschränkung und insgesamt deutlich reduzierter Lebensqualität der Einbau eines künstlichen Hüftgelenkes in Erwägung gezogen werden.

Schultergelenksarthrose

Der Verschleiß des Schultergelenkes wird Omarthrose genannt. Sie tritt verglichen zur Arthrose des Knie-und Hüftgelenkes viel seltener auf. Hier kommt es auch zu einem fortschreitenden Verlust an Knorpelsubstanz der beiden Gelenkpartner, d.h der Schulterpfanne und des Oberarmkopfes und damit zusätzlich zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung. Im frühen Stadium können durch eine vorübergehende Schonung, abschwellende oder schmerzstillende Medikamente, Kälte-und Wärmeanwendungen oder einer speziellen Krankengymnastik zu einer schmerzarmen bzw. schmerzfreien Situation führen.

Sollten diese konservativen Maßnahmen keinen Erfolg bringen ist bei stark schmerzhafter Bewegungseinschränkung und entsprechenden Röntgenbild mit zerstörtem Schultergelenk auch bei jüngeren Patienten der Einbau einer Schulterprothese in Betracht zu ziehen. In Abhängigkeit des Arthroseausmaßes, der Lokalisation und des Patientenalters stehen mit einer Oberflächenersatz-, Teil-, oder einer Totalendoprothese mehrere Prothesentypen zur Verfügung. Eine Sonderform der Schulterarthrose ist die sogenannte Defekt-oder Cuff-Tear-Arthropathie bei dem es durch einen ausgedehnten Rotatorenmanschettendefekt zu einem Höhertreten des Oberarmkopfes und deshalb zu einer fortschreitenden Arthrose kommt. Hier wird dann der Einbau einer speziellen Prothese (sogenannte inverse Schulterprothese) notwendig.